MAN Vorstand Auf der Vollversammlung des Marler Arztnetzes am 26.11.2015 konnte der bisherige erste Vorsitzende nach im letzten Jahr erfolgter Zertifizierung des Arztnetzes durch die Kassenärztliche Vereinigung nunmehr die durch die KVWL getätigte Netzförderung verkünden. Das Marler Arztnetz wird diese Förderung in den Aufbau einer elektronischen Vernetzung der Praxen investieren. Somit können- nach Erlaubnis des Patienten- sowohl Fach- wie auch Hausärzte des Marler Arztnetzes aber auch der im Dachverband organisierten Netzte aus Herten und Recklinghausen Diagnosen, Laborwerte und Medikamentendaten gemeinsam nutzen, um so Doppeluntersuchungen, Medikamenteninteraktionen und Patientengefährdungen zu vermeiden. Dies ist nur eine Neuigkeit, die der Vorstand auf der Vollversammlung verkünden konnte. Daneben wird das Pflegeheimpilotprojekt des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerium, an dem das MAN teilnimmt, von Netzärzten intensiv umgesetzt, hier ist es zu einer spürbaren Verbesserung der Versorgung im letzten Jahr gekommen. Mit der Viactiv-Krankenkasse als eine der großen Krankenkassen in Marl wird ein Projekt zur Versorgungsverbesserung chronisch-kranker Patienten entwickelt. Im neuen Vorstand wurden bestätigt Dr. Thomas Riddermann als erster Vorsitzender, zuständig für Vertragsverhandlungen und Dr. Markus Böddeker als Pressewart des Marler Arztnetzes, neu gewählt wurden Doris Jacob als Sprecherin der Fachärzte, Agata Balkenhoff als Sprecherin der Hausärzte sowie Filam Mandap als Kassenwart.

Mit Übergabe des Zertifikats an den Vorstand des Marler Arztnetzes am 13.12.2014 durch den Zweiten Vorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, Herrn Dr. Nordmann an den Vorsitzenden Dr.Thomas Riddermann im Beisein des Vorstandes wurde das Marler Arztnetz als eines der ersten fünf Netze in Westfalen-Lippe als förderungswürdiges Netz von der KVWL anerkannt. Dabei durchlief das Arztnetz einen Zertifizierungsprozess, in dem die Größe (30-100 Ärzte), die Fachgruppenvielfalt, die Inhalte der Qualitätszirkelarbeit, die Erarbeitung von Behandlungspfaden, die Vernetzung zwischen den einzelnen Fachgruppen und insbesondere zwischen Haus- und Fachärzten, professionelle Verwaltung und der Aufbau von elektronischer Kommunikation und anderes gewürdigt wurden. Dieser Meilenstein ist für den Vorstand Ansporn auch in den nächsten Jahren die Möglichkeiten der integrierten Versorgung im Raum Marl als Vertragspartner sowohl der Krankenkassen, der Krankenhäusern vor Ort aber auch weiterer Anbietern im Gesundheitswesen wie Pflegedienste, Pflegeheimen, Physiotherapeuten, Apothekern und Sanitätshäusern zum Wohle der ihnen anvertrauten Patienten auszubauen.

Gruppenfoto

Dr. Nordmann 2. Vorsitzender der KVWL überreicht das Zertifikat an Dr. Riddermann.
vl. Thomas Müller, KVWL, Agatha Balkenhoff, Dr. Thomas Riddermann, Wolfgang Jacob, Michael Steinhaus, MedicBrain, Dr. Gerhard Nordmann, Dr. Hans Meyer, Dr. Markus Böddeker und Filam Mandap

Urkunde

 

2004 hat sich die große Mehrheit der niedergelassenen Marler Ärzte im Marler Arztnetz zusammengeschlossen, um die ambulante Versorgung für die Marler Patienten zu verbessern.

So konnten schon 2004 auch niedergelassene Ärzte, die nicht gleichzeitig Knappschaftsärzte sind, am Versorgungsvertrag „pro gesund“ der Knappschaft teilnehmen. Dies bedeutete für viele Knappschaftsversicherte, dass sie  ihre gewohnten Ärzte problemlos weiter konsultieren konnten, gleichzeitig  profitierten sie von den Vorteilen von „pro gesund“ und durch diesen Versorgungsvertrag wurde ein Netzwerk mit der Paracelsus-Klinik und dem Knappschaftskrankenhaus aufgebaut.

In diesem Netzwerk gibt es ganz klar definierte Behandlungspfade zwischen Hausarzt/Facharzt und den Netzkrankenhäusern, es finden regelmäßige Konferenzen zur Abstimmung statt, seit Jahren wird zum Beispiel die Arzneimitteltherapie durch eine hochrangig besetzte Arbeitsgruppe aus Niedergelassenen und Krankenhausfachärzten abgestimmt, um somit Doppelverordnungen, Arzneimittelinteraktionen und einen ständigen Wechsel in der Verordnung zu vermeiden. Im Vordergrund dieser Arzneimittelempfehlungen steht nicht „immer das Billigste“- sondern das, was in der Therapie durch große Studien gesichert ist, was notwendig ist, was in der ambulanten Medizin sinnvoll umsetzbar ist und wie verhindern wir unnötige Krankenhausaufenthalten durch Arzneimittelwechsel- und nebenwirkungen.

Aber nicht nur die Knappschaft als große regionale Krankenkasse mit ihrem Netz „pro gesund“ ist Partner des Marler Arztnetzes, schon seit Jahren wird mit der zweiten Krankenkasse, die in Marl viele Versicherte betreut, der BKK vor Ort, der Versorgungsvertrag „Fit vor Ort“ gelebt. Auch hier konnte in der medikamentösen Behandlung mit den beiden Marler Krankenhäusern eine Positivliste von Arzneimitteln erstellt werden, die regelmäßig auf den aktuellen Stand gebracht wird, und die gleichen Ziele wie auch im „pro gesund“-Vertrag verfolgt: Eine sichere, praktikable, durchgängige Behandlung bei Haus- und Fachärzten und in den Krankenhäusern.

Mit der BKK vor Ort wird zurzeit im Bereich der Wundversorgung eng zusammengearbeitet. So können Versicherte, die eine chronische, schlecht heilende Wunde haben von Experten der Krankenkasse, unabhängigen Wundmanagern in Absprache mit den niedergelassenen Haus- und Fachärzten schnell und kompetent versorgt werden.

Auch haben beide Krankenhäuser vor Ort eine enge Kooperation mit den Netzärzten in den letzten zehn Jahren aufgebaut. So arbeitet man in gemeinsamen Qualitätszirkeln wie zum chronischen Schmerz, in der Palliativmedizin, in diagnostischen Verfahren wie der Endoskopie zusammen oder auch in Behandlungsabläufen wie etwa bei Tumorerkrankungen, wir kennen uns, wir wissen voneinander und können so vertrauensvoll zum Wohle der Patienten wirken.

In den letzten zehn Jahren wurden Fortbildungen und Qualitätszirkel im Arztnetz eingerichtet, in diesen tauschen sich niedergelassene Ärzte regelmäßig aus, lernen voneinander und orientieren sich an den Leitlinien der Fachgesellschaften, den hiesigen Krankenhäusern wird die Möglichkeit der Schulung der Niedergelassenen zu den wichtigen chronischen Erkrankungen wie des Herzens, der Atemwege, des Brustkrebs, der Zuckererkrankung ermöglicht. Denn dafür steht das Marler Arztnetz: wir arbeiten interdisziplinär zusammen, hier treffen sich Haus- und Fachärzte aufeinander, um miteinander für die gemeinsamen Patienten zusammenzuarbeiten.

10 Jahre Marler Arztnetz ermutigt uns, auch im nächsten Jahrzehnt unter schwieriger werden Bedingungen- demographischer Wandel, höhere Morbidität, prognostizierter Rückgang der Arztdichte- eine qualitativ hochwertige, am aktuellen Stand der Medizin orientierte, wohnortnahe Versorgung sicherzustellen.

Die Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Land NRW Barbara Steffens hat die Krankenkassen und die Kassenärztlichen Vereinigungen aufgerufen Verbesserungen der Versorgung alter Menschen in Pflegeheimen auf den Weg zu bringen.

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe hat fünf Pilotregionen für eine zweijährige Testphase benannt. Pilotregionen sind Städte bzw. Kreise, in denen ein gut funktionierendes Arztnetz schon in den letzten Jahren gezeigt hat, dass Versorgungsverträge auch in der Praxis erfolgreich umgesetzt werden können, in denen eine Arztnetz schon die Strukturen aufgebaut hat, dass dieser Versorgungsvertrag gelebt werden kann.

So wird das Marler Arztnetz ab dem 01.07.2014 dafür sorgen, dass die medizinische Versorgung in den Pflegheimen der Stadt verbessert wird. Dazu sind eine Reihe von Maßnahmen mit den Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung in einem Vertrag vereinbart worden:

Regelmäßige Versorgungsgespräche in den Heimen, regelmäßige ärztliche Visiten, sogenannte Präventivbesuche bei kritisch kranken Heimbewohnern vor dem Wochenende, um unnötige Einweisungen zu vermeiden, Medikamentenplankontrollen, Aufbau einer innerärztlichen Dokumentation, Fortbildung der Ärzte zu altenspezifischen Fragestellungen, problemorientierte Fallbesprechungen mit den Heimleitungen zur Sturzprophylaxe, Wundversorgung, Verhinderung von Dekubitus etc.

Das Arztnetz wird dazu auch Versorgungsassistenten einstellen, die an der Schnittstelle Pflegeheim/Arztpraxis die Zusammenarbeit nachhaltig verbessern werden.

Teilnehmen werden sowohl Haus- wie auch Fachärzte, damit so durch die die interdisziplinäre und sektorenübergreifende Versorgung es den Menschen in den Pflegeheimen besser geht.

Dafür steht das Marler Arztnetz.

Pressemittteilung Ministerium

Die Arztnetze Raniq aus Recklinghausen, Hertener Praxisnetz und das Marler Arztnetz haben den Dachverband der Arztnetze im Vest Recklinghausen gegründet.

Ziel dieser Gründung ist, ein starker Kooperationspartner für Krankenkassen, Krankenhäuser und andere überörtliche Dienstleister im Gesundheitswesen wie Pflegeheime, Physiotherapeuten etc. zu sein. Damit sollen überörtliche Versorgungsvereinbarungen im Sinne der integrierten Versorgung für die Krankenversicherten im Kreis Recklinghausen geschlossen werden. Denn sowohl Krankenkassen wie auch zunehmend die Krankenhäuser aber auch Pflegeheime sind überörtlich tätig, insbesondere im Bereich der Krankenhäuser ist es in letzter Zeit zu Fusionen, Übernahmen in größere Gesellschaften und Holdings gekommen, mit der eine immer stärkere Spezialisierung einzelner Kliniken verbunden ist, so dass ein ortsnahes Globalangebot der Vergangenheit angehört. Hier sehen die beteiligten Arztnetze Handlungsbedarf, um unter den veränderten Rahmenbedingungen eine wohnortnahe, qualitativ hochwertige, sektorenübergreifenden Versorgung sicherzustellen, um einer immer älter und kränker werdenden Bevölkerung gerecht zu werden im Sinne eines modernen Versorgungsmanagements.

Gleichzeitig bleiben die einzelnen Arztnetze für ihre jeweilige Stadt und ihre Mitglieder präsent. Hier werden die von Krankenkassen und Kassenärztlicher Bundesvereinigung geforderten Qualitätsbedingungen eines Arztnetzes wie überschaubare Mitgliederzahl zwischen 30-100, Fachgruppenvielfalt, Qualitätszirkelarbeit, reger fachlicher Austausch zwischen den Arztgruppen, geordnetes Überweisungsverhalten und Etablierung eines Qualitätsmanagements sichergestellt.

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